Deutsche Beschaffung von Eurofighter AESA-Radaren geht voran

Deutsche Beschaffung von Eurofighter AESA-Radaren geht voran

Der Deutsche Bundestag hat am 17. Mai der Beschaffung von CAPTOR-E Energetic Digital Scanning Array (AESA) Radargeräten für die Eurofighter-Flotte der deutschen Luftwaffe zugestimmt. 110 CAPTOR-E-Units wurden im Rahmen eines Vertrags im Wert von mehr als 2 Milliarden Euro (2,2 Milliarden US-Greenback) bestellt. Die Radargeräte werden in den Eurofightern Tranche 2 und 3 der deutschen Luftwaffe nachgerüstet.

Die Entwicklung, Produktion und Integration der CAPTOR-E MK1-Radare soll von Hensoldt übernommen werden. Hensoldt ist Hauptauftragnehmer für die Entwicklung von CAPTOR-E AESA, obwohl das Projekt als Ganzes von einem Konsortium unter Führung des Vereinigten Königreichs entwickelt wird. Die Arbeiten werden im Ulmer Radarzentrum von Hensoldt durchgeführt, wobei Hensoldt davon ausgeht, dass sein 1,5-Milliarden-Euro-Anteil an dem Auftrag im Laufe des Programms 400 weitere Arbeitsplätze schaffen wird. Airbus erhält außerdem rund 500 Millionen Euro für Integrationsarbeiten in seinem Werk in Manching, das als Check- und Integrationsanlage für die neuen Radargeräte dienen wird.

Hensoldt-Foto eines Eurofighters der deutschen Luftwaffe, der mit dem CAPTOR-E ausgestattet ist und sich im Check befindet.

Hensoldt-Geschäftsführer Thomas Müller kommentierte die Neuigkeit in einer Pressemitteilung mit den Worten:

„Deutschland übernimmt mit dieser Entscheidung erstmals eine Vorreiterrolle im Bereich der Schlüsseltechnologie für den Eurofighter.

Damit werden Hightech-Arbeitsplätze in Deutschland geschaffen und die Bundeswehr gerüstet, um auf neue Bedrohungen reagieren zu können. Außerdem ist es ein Sign für Europa, dass Deutschland in eine Technologie investiert, die für die europäische Verteidigungszusammenarbeit von entscheidender Bedeutung ist.“

Die Beschaffung des CAPTOR-E macht Deutschland zum ersten Eurofighter-Kernbetreiber (die anderen Kernbetreiber sind das Vereinigte Königreich, Spanien und Italien), der AESA-Radargeräte für seine Eurofighter beschafft. Während der CAPTOR-E seit einiger Zeit Flugtests unterzogen wird, flog der erste Serien-CAPTOR-E erst im Dezember 2019 an Bord eines kuwaitischen Eurofighters. Auch Katar hat Eurofighter mit dem CAPTOR-E bestellt.

Der CAPTOR-E ist auf einem Kardanring montiert, wodurch das AESA-Array bewegt werden kann, wodurch der gescannte Bereich auf ähnliche Weise vergrößert wird wie bei der ES-05 Raven AESA, die vom Saab Gripen E verwendet wird. Airbus behauptet, dass das große Radom des Der Eurofighter ermöglicht ein höheres Maß an Bewegung und damit einen noch größeren Scanbereich.

Ein Eurofighter der deutschen Luftwaffe hebt am Flughafen Rostock-Laage ab.

Die deutsche Beschaffung des CAPTOR-E wird Airbus und Hensoldt mit Erfahrungen versorgen, die sich als entscheidend für das Future Fight Air System-Programm erweisen werden, das jetzt einen „System of Techniques“-Ansatz verwendet. Verbesserte Eurofighter sind ein wichtiger Bestandteil des Programms, wobei Deutschland bis 2025 mehr Eurofighter beschafft, um seine Panavia Tornados zu ersetzen, sowie seine Tranche I Eurofighter im Rahmen des Projekts Quadriga ersetzt. Darüber hinaus wäre der Vertrag ein Schuss in den Arm für die Verteidigungsabteilung von Airbus, die mit einem erheblichen Stellenabbau konfrontiert ist, da die Einnahmen von Airbus nach der Coronavirus-Pandemie drastisch zurückgegangen sind.

About admin

Check Also

Türkische Kampfhubschrauber landen auf den Philippinen

Türkische Kampfhubschrauber landen auf den Philippinen

Am 9. März trafen die ersten ATAK-Kampfhubschrauber TAI/AgustaWestland T129B auf den Philippinen ein. Zwei A-400M-Frachtflugzeuge …