ZSSW-30 Remote Turret System für polnische Schützenpanzer

ZSSW-30 Remote Turret System für polnische Schützenpanzer

Im Jahr 2013 startete das polnische Verteidigungsministerium ein neues Projekt zur Entwicklung eines neuen Fernturmsystems für den Schützenpanzer Wolverine/Rosomak (APC). Der neue ferngesteuerte Turm ZSSW-30 wird eine Different zu den aktuellen Hitfist-30P-Türmen sein, die von der italienischen Firma Oto Melara hergestellt werden.

Oto Melara Hitfist-30P Turm auf M1M Rosomak/Wolverine (Remigiusz Wilk/altair.pl)

Die elektrisch betriebene Hitfist-30P, die bereits im Einsatz ist, ist mit einer zweiköpfigen Besatzung besetzt. Bewaffnet mit einer 30-mm-Kettenkanone ATK-44 und einem Maschinengewehr UKM-2000C sowie sechs M81-mm-902A-ZM-Dezamet-Rauchgranatenwerfern. Mit Hitfist-Türmen ausgestattete Wolverine-M1Ms wurden nach Afghanistan entsandt, wo sie optimistic Rückmeldungen von Truppen erhielten. Obwohl die 30-mm-Bushmaster-Kanone viel Feuerkraft für Infanterie liefert, reicht sie gegen gepanzerte Ziele nicht aus. Die Lösung bestand darin, Hitfist-Türme so anzupassen, dass sie zwei Spike-LR-ATGMs tragen konnten.

Der erste Prototyp des ZSSW-30 Distant Turret System auf Rosomak/Wolverin wurde 2014 auf der MSPO vorgestellt. (J. Reszczyński/Defense24.pl)

Seit Beginn des Fernturms hat sich die polnische Armee jedoch auf die Entwicklung und Beschaffung des neuen Badger IFV (Infantry Combating Car) konzentriert. Die Entwicklung eines neuen Kampffahrzeugs ermöglichte die Weiterentwicklung und Verfeinerung der Fernturmsysteme. Während weitere Assessments durchgeführt wurden, wurde entschieden, dass das neue ZSSW-30 Distant Turret System auch auf dem neuen polnischen IFV montiert wird. Wir haben die Entwicklung des Badger IFV in der Offenen Verteidigung bereits besprochen.

Obwohl das Konzept der Distant Turrets nicht neu ist, struggle es eine Herausforderung für die polnische Verteidigungsindustrie. Gleiwitz BUMAR-ŁABĘDY gepanzerte Einrichtung, die als erste an dem Projekt zur Entwicklung eines ferngesteuerten Turms teilnahmen, scheiterten kläglich. Anschließend wurde auch Huta Stalowa Wola (HSW) mit der Arbeit an einem System beauftragt.

Ab Frühjahr 2020 befindet sich das ZSSW-30-Projekt derzeit in einer Testphase, ohne unmittelbare Anzeichen einer möglichen Übernahme des Turms durch das polnische Militär. Mit 7 Jahren Entwicklungszeit, weit mehr als die ursprünglich von HSW geschätzten 5 Jahre, sowie Veränderungen im Aufsichtsrat von HSW nach den polnischen Parlamentswahlen 2015 schien das Projekt ins Stocken geraten zu sein.

Das ZSSW-30 Distant Turret System in seiner aktuellen Type auf der Rosomak/Wolverin-Plattform wurde 2018 auf der MSPO vorgestellt (J. Reszczyński/Defence24.pl)

Mit dem Begin der Entwicklung des Schützenpanzers Badger hat das ZSSW-30-Projekt jedoch neue Impulse erhalten. Die neue Fernturmbewaffnung des Badger besteht aus einer 30-mm-ATK-44-Kettenkanone, UKM-2000C und zwei Spike-LR-ATGM, die in einem Container an der Seite des Turms untergebracht sind. Darüber hinaus bietet ein optronisches PCO GOC-1-Nike-System der Besatzung ein Wärmebildvisier, einen Laser-Entfernungsmesser und einen externen Lichtsensor.

Der neue ferngesteuerte Turm ist Teil einer neuen Welle von Verbesserungen für die polnischen Streitkräfte, für die seit Anfang des letzten Jahrzehnts neue F-35-Mehrzweckjets, der Badger IFV und das GROT-Sturmgewehr beschafft wurden. Das ZSSW-30 Distant Turret System wird mechanisierte Truppen mit dringend benötigter Feuerkraft versorgen. Die wichtigste Frage muss jedoch lauten: Wird sich das Verteidigungsministerium auf wichtigere Bedürfnisse der Streitkräfte konzentrieren statt auf vorübergehende Lückenfüllmaßnahmen?

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